Bibelgesprächskreis

Als Bibelgesprächskreis treffen wir uns jeweils am letzten Dienstag im Monat um 19.30 Uhr im Pfarrhaus Zschortau und tauschen uns zu einem biblischen Thema aus.

Keiner von uns ist ein studierter Theologe. Was wir hier veröffentlichen ist also keine theologische Abhandlung, sondern das Ergebnis eines Meinungs- und Erfahrungsaustausches. Wir sind Alltagschristen mit den alltäglichen Problemen und Sorgen. Der monatliche Bibelgesprächskreis bildet eine gute Gelegenheit, Antworten auf Fragen zum Glauben zu suchen. Er ist ein Angebot an alle, die Fragen haben und keine theologischen Abhandlungen hören oder lesen wollen.


Bibelgesprächskreis der Kirchgemeinde Zschortau vom 28.05.2019

Thema: Trinitätslehre der evangelisch lutherischen Kirche (auch der katholischen Kirche)

Worauf begründet sich diese?
Math 28.19: „Darum gehet hin und lehret alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“

Die Lehre der Trinität ist von ihrem Ursprung her nicht biblisch (im Sinne, dass es nicht wörtlich vorkommt), lässt sich aber durch die Bibel begründen. Es setzt sich zusammen aus:

1. In Johannes 10,30 sagt Jesus: „Ich und der Vater sind eins.“
2. Laut Johannes 14,26 verheißt Jesus den Heiligen Geist an seiner statt: „Der Tröster, der Heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.“

Will heißen: 3 Personen – ein Wesen

Das sieht in etwa so aus:
Gott ist nicht Jesus, ist nicht Heiliger Geist
Jesus ist nicht der Heilige Geist, ist nicht Gott
Heiliger Geist ist nicht Gott, ist nicht Jesus

Soweit, so gut. Aber:
Gott ist Gott (Klar!)
Gott ist Jesus
Gott ist Heiliger Geist
Optisch kann man es so darstellen:

Eventuell könnte man dies auch wie eine Familie (Vater, Mutter, Kind) sehen. Jeder ist ein Individium, aber sie bilden eine Familie. Das Problem ist nur, man zeige mir eine dreieinige Familie, wo sich Vater, Mutter, Kind immer (!) 100 % einig sind. Ich kenne keine.

Ob dieses Bild vom „Dreieinigen Gott“ wirklich stimmt, kann niemand sagen. Die alten Kirchenväter hatten sich nach langem Ringen jedenfalls auf diese Definition geeinigt.

Wer nun sagt „Das geht doch nicht“ oder „Das ist doch Unsinn“, der sei auf etwas hingewiesen, was schon so selbstverständlich ist, dass es uns gar nicht mehr bewusst ist. Vor über 100 Jahren war der Wissenschaft klar, das Licht eine (elektromagnetische) Welle ist. Dann kamen die Quantenphysiker (Wissenschaftler, die sich mit den kleinsten vorkommenden Teilchen beschäftigen) und stellen fest: Licht ist ein Teilchen (nennt man heute Photon). Was nun? Je nach Versuchsanordnung verhielt sich das Licht entweder wie eine Welle oder wie ein Teilchen. Nachdem die Wissenschaftler dafür keine Erklärung finden konnten, einigten sie sich, nach langem Ringen (!), weltweit auf die Definition „LICHT IST BEIDES“. Also Welle und Teilchen gleichzeitig. Zwei Wesensmerkmale in einem. Wenn schon in der Wissenschaft die „Dualität“ des Lichtes kein Problem ist, warum sollte unsere Definition von Gott, der außerhalb von Raum und Zeit existiert und ja alles geschaffen hat, als „Trinität“ nicht vertretbar sein.

Es bleibt dabei, wir wissen es nicht. Wenn wir dereinst vor ihm stehen, werden wir es erfahren. Wer sich mit dem Bild des „Dreieinigen Gottes“ nicht anfreunden kann, muss keine Angst haben dafür von Gott „verdammt“ zu werden. Dies soll uns aber nicht zu Abstufungen verleiten, indem wir Jesus gegenüber Gott herabsetzen, nach dem Bild „Gott 2. Klasse“. Dies würde den biblischen Aussagen in den Evangelien widersprechen. Und davor wird im neuen Testament mehrmals eindeutig gewarnt!

Andreas Lukas


Bibelgesprächskreis der Kirchgemeinde Zschortau vom 26.04.2019

Thema: Zeugen Jehovas und der Unterschied zu unserem christlich evangelisch lutherischen Glauben

Immer wieder versuchen die Zeugen Jehova, mit uns ein Gespräch über das „Reich Gottes“ zu führen. Diejenigen vom Bibelgesprächskreis, die sich auf ein Gespräch mit Ihnen eingelassen haben, sind anschließend verwirrt über die Art des Gespräches. Immer wieder haben die Zeugen Jehova sofort Bibelstellen parat. Diese Zitate gehen kreuz und quer durch die gesamte Bibel. Nach einem solchen Gespräch weiß man nicht so recht an was sie eigentlich glauben und was der Unterschied zu uns (Protestanten) ist. Da sich keiner ein Studium der gesamten Lehre der Zeugen Jehova antun wollte, haben wir die Fundamente unseres Glaubens einem ausgehändigten Traktat gegenübergestellt.

1. Bibel

Zeugen Jehova: „Neue Welt“ – Übersetzung
Wir: „Revidierte Luther“ – Übersetzung

Anmerkung: Die „Neue Welt“ – Übersetzung wird weder in der evangelischen noch in der katholischen Kirche, aufgrund ihrer enormen Abweichungen vom Urtext, anerkannt. Das Neue Testament (Offenbarung) warnt ausdrücklich vor dem „Hinzufügen“ und „Wegnehmen“ (Verfälschen) der biblischen Aussagen, mit harten Konsequenzen.

2. Gott

Zeugen Jehova: hat den Namen „Jehova“
Wir: Hat eine Bezeichnung, keinen Namen! Jesus sagte im „Vater unser“ wir sollen ihn „Vater“ nennen. Vater ist kein Name, sondern ein Titel

Anmerkung: Gott einen menschlichen Namen zu geben, birgt die Gefahr des Gleichmachens. Sich Gott anzugleichen haben Menschen schon einmal versucht, mit fatalen Folgen.

Zeugen Jehova: es gibt nur Gott, keine Trinität
Wir: Es gibt den dreieinigen Gott – Vater/Sohn/Heiliger Geist

Anmerkung: Da die Vorstellung eines „dreieinigen Gottes“ nicht so leicht zu erklären ist, wird dies ein Thema eines der nächsten Bibelgesprächskreise sein.

Zeugen Jehova: Gottes Zuspruch und Annahme muss man sich verdienen
Wir: Gott vergibt uns und nimmt uns an, allein durch seine Gnade in Jesus Christus

3. Jesus

Zeugen Jehova: Ist zwar von Gott gezeugt, aber nur Mensch
Wir: Jesus ist Gottes Sohn und damit Mensch und Gott in einem

Zeugn Jehova: Jesus ist an einem Pfahl als Vorbild gestorben
Wir: Jesus ist am Kreuz stellvertretend für unsere Sünden gestorben

Zeugen Jehova: Jesus ist als Geistwesen auferstanden
Wir: Jesus ist leiblich auferstanden

4. Mensch

Zeugen Jehova:  der Mensch hat eine Körperseele, er stirbt den „Ganztod“
Wir: der Mensch hat eine unsterbliche Seele, nur der Körper (verweslich) stirbt

Zeugen Jehova: mit dem Tod erlischt der Mensch, bleibt nur Gott in Erinnerung
Wir: mit dem Tod geht die Seele zu Gott, dort erwartet sie das Gericht

Zeugen Jehova: Ist die Person Gott in positiver Erinnerung geblieben, wird er wieder auferweckt, alle anderen bleiben Tod und vergessen
Wir: wer Jesus in seinem Leben angenommen hat, wird bei ihm (Paradies) bleiben und mit ihm eines Tages, mit einem neuen Leib, zum ewigen Leben auferstehen. Die Jesus abgelehnt haben, werden verdammt  (ewige Gottesferne) und nicht auferstehen, ihre Existenz wir für immer ausgelöscht

Angesichts solcher fundamentalen Unterschiede im Glauben ist ein vernünftiges Gespräch kaum zu führen. Bei derart gegensätzlichen Ansichten ist keine Annäherung möglich.

Was könnten wir einem Zeugen Jehova also sagen? Vielleicht ein Zitat Luthers, der ihn zum Nachdenken anregt.

„Glaube und Liebe ist das ganze Wesen eines Christen. Der Glaube empfängt, die Liebe gibt.“ (Luther)

Andreas Lukas

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.